Kupfer ist nicht gleich Kupfer. Für eine Stromschiene im Schaltschrank brauchen Sie eine andere Sorte als für eine gelötete Rohrleitung. Der Unterschied liegt im Sauerstoff – und er entscheidet über Leitfähigkeit und Lötbarkeit.

Problem

Das Problem: Leitfähigkeit oder Lötbarkeit

Im Schaltschrankbau wird Kupfer vor allem als Stromschiene, Erdungsband oder Kontaktteil eingesetzt. Hier soll möglichst wenig Spannung verloren gehen und möglichst wenig Wärme entstehen. Bei Rohrleitungen, Kälte- und Klimatechnik zählt dagegen, dass sich das Kupfer sicher löten und schweißen lässt.

Wer beide Anforderungen mit derselben Sorte lösen will, verschenkt entweder Leitfähigkeit oder riskiert spröde Lötstellen.

Ursache

Die Ursache: Sauerstoff und Phosphor

E-Cu (Cu-ETP, CW004A) ist Elektrolytkupfer in Leiterqualität. Es leitet Strom und Wärme fast so gut wie Silber. Es enthält jedoch etwas Sauerstoff; beim Löten oder Schweißen unter reduzierender Atmosphäre kann es verspröden (Wasserstoffkrankheit).

SF-Cu (Cu-DHP, CW024A) ist mit Phosphor desoxidiert. Dadurch versprödet es beim Löten und Schweißen nicht. Der Phosphor senkt aber die elektrische Leitfähigkeit.

EigenschaftE-Cu (Cu-ETP)SF-Cu (Cu-DHP)
Elektrische Leitfähigkeitrund 58 m/(Ω·mm²), 100 % IACSrund 45 bis 50 m/(Ω·mm²)
Wärmeleitfähigkeitrund 390 W/(m·K)geringer als E-Cu
Löten / Schweißensehr gut lötbar, gut schweißbarsehr gut, ohne Wasserstoffversprödung
Typische Form bei unsFlach-, Rund- und VierkantstangenRundrohre, Bleche
Typischer EinsatzStromschienen, Erdung, KontaktteileRohrleitungen, Lötverbindungen, Bleche

Normwerte nach DIN EN 13601 (Cu-ETP) und DIN EN 1057/12449 (Cu-DHP); verbindlich ist das Zeugnis der jeweiligen Lieferung.

Lösung

Die Lösung: E-Cu für Strom, SF-Cu für Löten

Für Stromschienen und Erdungen wählen Sie E-Cu als Flachstange. Für gelötete Verbindungen, Rohre und Blecharbeiten wählen Sie SF-Cu. Die Bemessung einer Stromschiene (Querschnitt, Strombelastbarkeit, Abstände) gehört in die Hand der Elektrofachkraft und richtet sich nach den einschlägigen Normen und Herstellerangaben der Schaltanlage.

  • Kontaktflächen von Stromschienen vor der Montage blank bürsten.
  • Kupfer schmiert beim Sägen: grobe Zahnteilung und viel Kühlung verwenden.
  • Weiches Kupfer biegt sich hervorragend; durch Kaltumformung wird es fester und spröder.

Merke: Leiten oder löten: E-Cu für die Stromschiene, SF-Cu für die Lötverbindung.

Auf einen Blick

  • Aufgabe klären: Strom leiten oder löten/schweißen
  • Querschnitt der Stromschiene von der Elektrofachkraft festlegen lassen
  • Länge und Stückzahl je Schiene notieren
  • Kontaktflächen vor der Montage reinigen
Zu den Kupfer-Halbzeugen →

Häufige Fragen

Welches Kupfer nehme ich für eine Stromschiene?

E-Cu (Cu-ETP): Es hat die höchste elektrische Leitfähigkeit, rund 58 m/(Ω·mm²). Wir führen es als Flach-, Rund- und Vierkantstange.

Warum nicht immer E-Cu?

E-Cu enthält Sauerstoff und kann beim Löten oder Schweißen unter reduzierender Atmosphäre verspröden. Für gelötete Verbindungen ist SF-Cu sicherer.

Nennen Sie die Strombelastbarkeit einer Schiene?

Nein. Die Bemessung richtet sich nach Normen, Einbausituation und Herstellerangaben der Anlage und ist Aufgabe der Elektrofachkraft. Wir liefern die Schiene im gewünschten Querschnitt und auf Länge.