Mit dem Profil beginnen

Notieren Sie Profilreihe und Nutgröße. Die Außenmaße allein reichen nicht: Ein Verbinder muss zur Nut und zur vorgesehenen Montage passen. Verwenden Sie die Angaben des konkreten Profil- und Zubehörartikels; ähnlich aussehende Systeme sind nicht automatisch kompatibel.

Im ProFix-Sortiment hat das Profil 20 × 20 MINI typischerweise Nut 5, die meisten Profile ab 30 × 30 haben Nut 8. Daneben gibt es einzelne Ausführungen mit Nut 6 oder Nut 10. Maßgeblich ist die Angabe auf der jeweiligen Profilseite. Dort finden Sie auch die Maßzeichnung mit der Kernbohrung.

Wenn Sie das Profil erst auswählen, prüfen Sie zuerst die Tragfähigkeit. Mit dem Durchbiegungsrechner schätzen Sie ab, welcher Querschnitt für Länge und Last in Frage kommt. Danach wählen Sie die Verbindung.

Typische Verbindungsarten im Überblick

Winkelverbinder: Ein Winkel liegt außen an zwei Profilen an und wird mit Nutensteinen und Schrauben in den Nuten befestigt. Er eignet sich für Rahmen, Gestelle und rechtwinklige Anschlüsse. Bei den Winkeln im Sortiment ist laut Artikelangabe keine Profilbearbeitung nötig, und die Position bleibt entlang der Nut verschiebbar.

Klemmverbinder: Ein Klemmverbinder sitzt im Profilende und verspannt sich über einen Nutenstein in der Nut des Querprofils. Die Verbindung ist von außen kaum sichtbar und lässt sich je nach Ausführung nachjustieren. Ob und welche Bearbeitung am Profilende nötig ist, steht am jeweiligen Artikel; ist nichts hinterlegt, fragen Sie vor der Bestellung nach.

Bolzen- und Stoßverbinder: Diese Verbinder verbinden Profile stirnseitig, zum Beispiel über einen Verbinderbolzen oder eine Schraube in der Kernbohrung. Sie werden eingesetzt, wenn die Verbindung innen liegen und die Außenkontur glatt bleiben soll. Typischerweise ist dafür eine Bearbeitung am Profil erforderlich, etwa eine Bohrung für den Montagezugang oder ein Gewinde.

Einschiebbare Nutensteine: Sie werden über ein offenes Profilende in die Nut geschoben. Im ProFix-Sortiment sind das typischerweise die schweren Ausführungen und der Nutensteinprofilstab. Ihr Vorteil ist der breite Sitz in der Nut; sie müssen aber vor dem Schließen des Rahmens eingesetzt werden.

Einschwenkbare Nutensteine: Sie werden von vorne in die Nut eingesetzt und durch Drehen in Position gebracht. Das erlaubt einen nachträglichen Einbau, auch wenn die Profilenden schon verbaut sind. Hammermuttern und viele Nutensteine mit Steg im Sortiment sind so ausgeführt.

Einschieben oder nachträglich einsetzen

Einschiebbare Nutensteine werden über ein zugängliches Profilende eingesetzt. Einschwenkbare Ausführungen lassen sich je nach Bauform nachträglich in die Nut einsetzen. Prüfen Sie deshalb vor dem Zusammenbau, ob die Profilenden später noch erreichbar sind.

Planen Sie bei einschiebbaren Nutensteinen einige Reserve-Nutensteine in den Nuten ein, wenn später Anbauteile dazukommen könnten. Je nach Artikel haben Nutensteine eine Federkugel oder einen Führungssteg. Die Federkugel hält den Nutenstein in seiner Lage, auch in senkrechten Nuten. Der Steg führt den Nutenstein in der Nut. Beides erleichtert die Montage; die Angaben stehen beim jeweiligen Artikel unter „Nutensteine und Schrauben“.

Gewinde und Schraubenlänge zusammen wählen

M4, M5, M6 oder M8 bezeichnen das metrische Gewinde. Nutenstein und Schraube müssen zusammenpassen. Die Schraubenlänge richtet sich zusätzlich nach der Dicke des befestigten Bauteils und der verfügbaren Einschraubtiefe. Eine zu lange Schraube darf nicht am Nutgrund anstehen.

Als Regel gilt: Die Schraube muss das Gewinde des Nutensteins ausreichend fassen, darf aber weder im Nutenstein noch im Profil aufsitzen. Steht die Schraube vorher an, klemmt sie das Bauteil nicht fest, obwohl sie sich nicht mehr drehen lässt. Rechnen Sie deshalb: Dicke des Anbauteils plus Einschraublänge im Nutenstein, und vergleichen Sie das Ergebnis mit dem Platz bis zum Nutgrund laut Maßzeichnung. Bei Nutensteinen mit zwei Gewinden (zum Beispiel 2 × M6 oder 2 × M8) gilt das für jede Schraube.

Die gesamte Verbindung betrachten

Winkel, Verbinder, Schrauben und Nutensteine bilden zusammen eine Verbindung. Prüfen Sie bei Sets den angegebenen Lieferumfang. Belastbarkeit und Anziehdrehmoment sind artikel- und konstruktionsabhängig; eine allgemeine Größenauswahl ersetzt keinen Nachweis für das fertige Gestell.

Der Lieferumfang unterscheidet sich je nach Artikel. Ein Winkelsatz enthält typischerweise Winkel, Abdeckkappe, Nutensteine und Schrauben; beim Winkelsatz 80 × 80 sind es mehr Nutensteine und Schrauben als beim Satz 40 × 40. Klemmverbindersätze gibt es mit einschwenkbarem oder mit schwerem Nutenstein. Bolzenstoßverbindersätze enthalten laut Artikelangabe keinen Nutenstein. Zählen Sie deshalb je Verbindungsstelle, was der Satz enthält und was Sie zusätzlich bestellen müssen.

Wann welche Lösung?

Die Entscheidung hängt weniger vom Profil ab als von Montage, Last und Optik.

  • Nachträglicher Einbau nötig: einschwenkbare Nutensteine oder Hammermuttern.
  • Keine Profilbearbeitung gewünscht: Winkelverbinder mit Nutensteinen.
  • Glatte Außenkontur, Verbindung nicht sichtbar: Klemm-, Bolzen- oder Stoßverbinder; Bearbeitung vorher klären.
  • Hohe Last oder Vibration: nicht allein nach Gewindegröße wählen. Größere oder längere Nutensteine und mehrere Befestigungspunkte prüfen, die gesamte Konstruktion nachweisen und Schraubverbindungen nach der Inbetriebnahme kontrollieren.

Häufige Fehler

Diese Fehler fallen meist erst bei der Montage auf – und lassen sich vor der Bestellung vermeiden.

  • Zu lange Schraube: Sie steht am Nutgrund an und klemmt nicht.
  • Falsche Nutgröße: Ein Nutenstein für Nut 8 passt nicht in Nut 5 oder Nut 6, und umgekehrt sitzt er nicht sicher.
  • Fehlender Montagezugang: Einschiebbare Nutensteine wurden vergessen, und die Profilenden sind schon verschlossen. Oder für eine Schraube in der Kernbohrung fehlt der Zugang mit dem Werkzeug.
  • Lieferumfang nicht geprüft: Nicht jeder Satz ist komplett. Ein Bolzenstoßverbindersatz enthält zum Beispiel keinen Nutenstein – der muss extra bestellt werden.

Auf einen Blick

  • Profilreihe und Nutgröße bekannt
  • Montagezugang zu den Profilenden geprüft
  • Nachträglicher Einbau nötig? Dann einschwenkbare Nutensteine einplanen
  • Profilbearbeitung möglich oder erwünscht? Sonst Winkelverbinder wählen
  • Hohe Last oder Vibration? Verbindung und Gestell gesondert nachweisen
  • Sichtbarkeit wichtig? Innenliegende Verbinder oder Abdeckkappen vorsehen
  • Gewinde und Schraubenlänge abgestimmt; Schraube steht nicht am Nutgrund an
  • Lieferumfang und erforderliche Stückzahlen verglichen
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